Rassestandard Schweizer weißer Schäferhund
(FCI-Gruppe 5, FCI-Nr. 97)

 
 

Ursprungsland: Deutschland
Allgemeines Erscheinungsbild: Kräftiger, gut bemuskelter, mittelgroßer, stehohriger und stock- bzw. langstockhaariger Weißer Schäferhund von rechteckigem Format, mittelschwerem Knochenbau und mit eleganten, harmonisch-fließenden Körperumrissen.
Verhalten und Charakter: Temperamentvoll, ohne Nervosität, aufmerksam und wachsam; zu vertrauten Menschen freundlich, zutraulich und anhänglich; leicht zu führen und ausgeglichen; gegenüber Fremden reserviert, jedoch nicht ängstlich, scheu oder aggressiv; begegnet unbekannten Umwelteinflüssen zuerst zurückhaltend-vorsichtig, dann neugierig.
Verwendungszweck: Familien- und Begleithund mit ausgesprochener Kinderliebe, aufmerksamer Wächter, freudiger und gelehriger Arbeitshund.
Größe und Gewicht: Widerristhöhe: Rüden 60 bis 66 cm, ca. 30 bis 40 Kilogramm; Hündinnen 55 bis 61 cm; ca. 25 bis 35 Kilogramm. Typvolle Hunde dürfen leichte Unter- oder Übergröße haben.
Format: Mäßig langes Rechteckformat. Rumpflänge zu Widerristhöhe = 12:10.
Kopf: Kräftig, trocken und fein modelliert, zum Körper in natürlichen Proportionen stehend. Von oben und von der Seite gesehen sich keilförmig zur Nase hin verjüngend.
Oberkopf: Nur wenig gewölbt, deutlicher, jedoch weich verlaufender Stop, Stirn und Nasenrücken in paralleler Linie stehend, angedeutete Mittelfurche.
Fang: Kräftig und mäßig lang, Nasenrücken und untere Fanglinie gerade, zur Nase hin leicht zusammenlaufend.
Nase: Normalform, mittelgroß, schwarz erwünscht, Wechselnase toleriert.
Lippen: Trocken, gut anliegend, schwarz.
Gebiss: Kräftiges und vollständiges Scherengebiss, wobei die Zähne senkrecht im Kiefer stehen müssen.
Augen: Mittelgroß, mandelförmig, leicht schräg eingesetzt, mit gut anliegenden Lidrändern.
Ohren: Hoch angesetzte, gut aufrecht getragene, parallel nach vorne gerichtete, große Stehohren in Form eines länglichen, oben leicht abgerundeten Dreiecks; kurz behaart.
Hals: Mittellang und gut bemuskelt, breit am Körper angesetzt, keine Wammenbildung; die elegant eingeschwungene Nackenlinie verläuft ohne Unterbrechung vom mäßig hoch getragenen Kopf bis zum Widerrist, die Kehllinie fließt bis zum Brustbein.
Körper
Rumpf: Kräftig, muskulös, mittellang.
Brust: Nicht zu breit, tief, ca. halbe Widerristhöhe, bis zu den Ellenbogen reichend; ovaler, weit nach hinten reichender Brustkorb, deutliche Vorbrust.
Widerrist: Betont; fließend in Hals und Rücken übergehend.
Rücken: Gerade und horizontal, stark bemuskelt.
Kruppe: Lang und von mittlerer Breite; Ansatz annähernd horizontal, dann nach hinten sanft abfallend.
Bauch und Flanken: Schlanke, straffe Flankenpartie; Bauchlinie leicht nach oben verlaufend.
Rute: Rundum buschig behaarte Säbelrute, die sich zur Spitze verjüngt; eher tief angesetzt, mindestens zum Sprunggelenk reichend; in Ruhe hängend oder im unteren Drittel leicht aufgebogen; in Bewegung höher; aber nie über die Rückenlinie getragen.
Gliedmaßen: Kräftig, sehnig, mittelschwer.
Vorhand: Von vorne gesehen gut gewinkelt; gut anschließende Ellenbogen.
Schulter: Langes und gut schräg gestelltes Schulterblatt; gute Winkelung; ganze Schulterpartie stark bemuskelt.
Oberarm: Gerade, genügend lang, stark bemuskelt.
Unterarm: Lang, gerade, sehnig.
Vordermittelfuß: fest und nur wenig schräg gestellt.
Hinterhand: Von hinten gesehen gerade und parallel, nicht zu breit stehend; von der Seite gesehen genügend gewinkelt.
Oberschenkel: Mittellang mit starker Bemuskelung.
Unterschenkel: Mittellang, schräggestellt, mit festen Knochen und guter Bemuskelung.
Sprunggelenk: Kräftig, trocken, gut eingeschient, gut gewinkelt.
Hintermittelfuß: Mittellang, gerade, sehnig, Afterkrallen müssen entfernt sein.
Pfoten: Oval, hinten etwas schräger als vorne; Zehen dicht schließend und gut gewölbt; feste, schwarze Ballen und dunkle Krallen erwünscht.
Gangwerk: Elastisch- rhythmischer Bewegungsablauf, gleichmäßig, zügig und ausdauernd; weit ausgreifender Vortritt und kraftvoller Nachschub; im Trab besonders raumgreifende, flüssig- leichte Vorwärtsbewegung.
 
Haarkleid, Haut und Farbe

Haut: Ohne Faltenbildung glatt auf der Muskulatur liegend, dunkel pigmentiert.

Haarbeschaffenheit:
a.) kurzes, dichtes, gut anliegendes Stockhaar,
b.) mittellanges, dichtes, gut anliegendes Langstockhaar, reichlich Unterwolle muss vorhanden sein, die von kräftigen, möglichst geraden Grannen überdeckt wird. Fang, Gesicht, Ohren und Läufe sind kürzer behaart, am Nacken und an der Rückseite der Läufe etwas länger. Leicht gewelltes Haar ist zulässig.
Haarfarbe: reinweiß

Geschlechtsmerkmale: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.
Fehler: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen, dessen Bewertung im Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen und berücksichtigt werden muß, inwieweit Wesentliches beeinträchtigt ist.
Leichte Fehler:
schwache Wildfärbung;
schwache, gelbliche oder lohfarbene Schattierung an den Ohrenspitzen, Rücken und Oberseite der Rute.
Schwere Fehler:
Wesensmängel: Ängstlichkeit, Aggressivität;
Rute: Klemm- Knick- Hänge- Kipp- oder Ringelrute (Rutenansatz darf über die Waagrechte nicht hinausgehen);
Pigmentlosigkeit; Albinismus;
Blaue Augen, hervortretende Augen;
Haarfarbe: deutliche Wildfärbung am Rücken, den Ohrenspitzen und auf der Oberseite der Rute;
Haarbeschaffenheit: weiches, seidiges zu langes Deckhaar, wollig, lockig, nicht am Körper anliegend; Langhaar;
stark abfallende Rückenlinie;
Hängeohren, Kippohren, Knickohren;
Fehlen anderer Zähne außer zwei P1;
mangelndes Geschlechtsgepräge;
plumpe Erscheinung; zu kurzes Gebäude (quadratisches Format).

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